Steigende Zahlen bei Unternehmensinsolvenzen
Die wirtschaftliche Lage in Deutschland ist gerade nicht so prickelnd. In den letzten Monaten haben zahlreiche Unternehmen Insolvenz angemeldet und mussten Mitarbeiter entlassen. Viele Arbeitnehmer sind jetzt auf der Suche nach einer neuen Stelle. Auch Du bist betroffen? Dann kommt hier unser First-Aid-Guide für die Stellensuche.
Artikel vom 13. September 2024
Stand der Dinge: Unternehmensinsolvenzen nehmen zu
Diese Zahlen lassen einem den Atem stocken: Im ersten Halbjahr 2024 wurden etwa 11.000 Firmeninsolvenzen registriert – 30 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Betroffen sind vor allem größere Unternehmen. Bekannte Beispiele sind GALERIA Kaufhof, Esprit oder FTI-Touristik.
In der Automobilbranche läuft’s ebenfalls nicht rund – vor allem Zulieferbetriebe sind in finanzielle Schieflage geraten. Recaro Automotive, der bekannte Sitzhersteller, der unter anderem BMW, Ford und Volkswagen beliefert, hat zum Beispiel im Juli 2024 Insolvenz angemeldet. Stark betroffen sind auch das Baugewerbe, der Handel und der Dienstleistungssektor.
Hintergründe: Warum steigen Insolvenzen so massiv an?
Die Ursachen für die steigende Zahl an Insolvenzen sind unterschiedlich:
- Steigende Kosten für Rohstoffe, Energie und andere Produktionsfaktoren setzen viele Unternehmen unter Druck.
- Viele Unternehmen haben in der Coronazeit hohe Schulden aufgenommen und können Kredite nicht mehr bedienen. Hohe Zinsverpflichtungen und Tilgungsanforderungen haben zur Zahlungsunfähigkeit geführt.
- Wirtschaftliche Abschwünge, Inflation, schwankende Wechselkurse oder Handelsbarrieren haben die finanzielle Stabilität vieler Unternehmen außerdem beeinträchtigt.
Wie geht es für betroffene Arbeitnehmer weiter?
Im ersten Halbjahr 2024 wurden schätzungsweise 133.000 Arbeitnehmer in Deutschland infolge von Unternehmensinsolvenzen entlassen. Falls Du von diesen Entwicklungen direkt betroffen sein solltest, willst Du an dieser Stelle sicher wissen: Wie geht’s jetzt für Dich weiter? Ganz wichtig: No Panic – es gibt immer einen Weg!
Hier sind aus unserer Sicht die next Steps, auf die es ankommt: Prüfe zunächst Deine Kündigung und die damit verbundenen Ansprüche genau. Wurde die Kündigungsfrist eingehalten? Hast Du einen Anspruch auf Abfindung oder eine andere Entschädigung? Um diese Fragen zu klären - nimm Dir am besten einen Anwalt für Arbeitsrecht, lass Dich von Deinem Betriebsrat beraten oder wende Dich an Deine Gewerkschaft. Dann übersiehst Du nichts. Vor dem endgültigen Verlassen des Unternehmens solltest Du außerdem darauf achten, ein vollständiges und wohlwollendes Arbeitszeugnis zu erhalten. Dieses Dokument ist die Basis für Deine zukünftigen Bewerbungen.
Melde Dich außerdem möglichst schnell bei der Arbeitsagentur, um Arbeitslosengeld zu beantragen. Je schneller der Antrag vorliegt, umso rascher erhältst Du finanzielle Leistungen. Bedenke dabei aber, dass die Höhe Deines Arbeitslosengeldes deutlich unter Deinem letzten Nettogehalt liegen wird. Daher überprüfe Deine finanzielle Lage und nimm gegebenenfalls Anpassungen im Haushaltsbudget vor.
Nimm Dir die Zeit zur Verarbeitung
Puh, wir möchten an dieser Stelle aber natürlich nicht beschönigen, dass eine Kündigung, insbesondere aufgrund einer Insolvenz, immer emotional belastend ist. Man verliert nicht nur den Job, sondern auch den Anschluss an liebgewonnene Kolleginnen und Kollegen, die man bisher täglich gesehen hat. Das muss erstmal verkraftet werden.
Achte bei all dem auf Deine Psyche. Hole Dir am besten von Anfang an Unterstützung bei der Familie, bei Freunden oder auch von professionellen Beratern, um diese schwierige Zeit besser zu bewältigen. Sie haben garantiert ein offenes Ohr für Dich.
So bekommst Du schnell einen neuen Job
Umso unbedarfter kannst Du Dich auf Jobsuche machen. Kleiner Tipp: Aktiviere Dein persönliches und berufliches Netzwerk. Direkte Kontakte können oft wertvolle Informationen über offene Stellen oder berufliche Möglichkeiten in ihrem persönlichen Umfeld liefern.
Die besten Chancen, einen neuen Job zu finden, hast Du aber ganz klassisch auf Stellenbörsen. Kleiner Tipp: Wenn Du nicht parallel auf Stepstone, Monster, Jobware und Co. nach einer passenden Stelle Ausschau halten willst, erleichtern Dir Jobsuchmaschinen wie stellenonline.de den Weg zum neuen Arbeitgeber.
Die Portale sammeln über eine spezielle Suchtechnologie Online-Stellenangebote der verschiedensten Jobbörsen und listen diese übersichtlich in einer Übersicht auf. Für Jobsuchende ist dies ein besonderer Service: Sie müssen nicht auf verschiedenen Portalen nach einer Stelle suchen, sondern steuern einen einzigen Online-Marktplatz an. Bewerberinnen und Bewerber können auch einen Jobsuchagenten aktivieren: Sie hinterlegen Informationen darüber, welche Jobs sie suchen und erhalten dann per Mail die richtigen Jobangebote.
Lass Dich finden!
Was kannst Du noch tun? Stelle sicher, dass Deine Profile auf beruflichen Netzwerken wie LinkedIn der Xing auf dem neuesten Stand und professionell gestaltet sind. Hierüber kannst Du Dich auf Stellenangebote bewerben, Du kannst aber auch Deine Sichtbarkeit erhöhen, um von Arbeitgebern direkt angesprochen zu werden. Poste dazu regelmäßig Inhalte, die Deine Expertise unterstreichen, und beteilige Dich an relevanten Diskussionen, um sichtbar zu bleiben.
Wir drücken Dir ganz fest die Daumen, dass Du schnell wieder bei einem Unternehmen in Lohn und Brot stehst!